Planlos in Würzburg

„Welche Farben haben die Polder?“ Wir dachten ja bisher: erst schlammbraun, dann grasgrün. In Würzburg wurden wir aber eines Besseren belehrt. Zur Auswahl standen nämlich lediglich Schwarz-Weiß-Rot, Gelb-Blau und Gelb-Schwarz. Kein Wunder, dass diese Stage eines Multis unser Vorstellungsvermögen beflügelte. Großes Gelächter allerdings, als wir vor der Lösung standen. Denn entweder scheint es sich hier um einen ganz speziellen fränkischen Ausdruck für dieses Objekt zu handeln oder der Owner hat da was verwechselt.

[simage=84,144,y,right] So geschehen auf einem spontanen Tagesausflug nach Würzburg. Den cyberberries war halb Europa in drei Tagen nicht genug; dem Testwagen mit dem Stern fehlten noch ein paar Kilometer, also auf ins Fränkische. Zur Mittagszeit eingetrudelt, widmeten wir uns bei fiesem kaltem Wind erst mal dem gemütlichen Teil des Projekts und enterten das kleine Restaurant mit dem sinnigen Namen Auflauf. Womit wohl auch schon klar wäre, was das Konzept dieser Lokalität ist. Jeder bekam seine eigene heißdampfende Auflaufform vorgesetzt, köstlich gefüllt und mehr als reichlich in den Ausmaßen. Die kulinarische Reise führte nach Italien, Griechenland, Indien und Mexiko. Nach Betrachtung der Wetterverhältnisse vom mollig warmen Restaurant aus, schindeten wir lieber noch mal Zeit mit einer Espressorunde. Dann setzte der Regen ein……
Um die Innenstadt zu erkunden, folgten wir den Stages des eingangs erwähnten Multis. Über die richtige Vorgehensweise herrschte allerdings Uneinigkeit im Team, so dass wir Stage 1 auch prompt versemmelten. Mitten im Rundgang posierten wir dick vermummt für einen Webcamcache, der praktischerweise an einer weiteren Rätselstation des Multis lag. Auf deren Lösung konnten wir uns jedoch auch erst nach ausschweifenden Diskussionen einigen; es war die falsche, wie sich am Ende im Café herausstellen sollte.
[simage=88,144,y,left]Zu den karibischen Klängen einiger Straßenmusikanten zogen wir weiter durch die schöne Innenstadt, auf der Suche nach Keschern ( nein, diesmal kein Schreibfehler ), Jungfrauen und ins historische Mauerwerk eingemeißelten Botschaften. Letztere müssen für das eigentlich mittlerweile geschulte Cacherauge eine besondere Herausforderung dargestellt haben, denn nur so ist es zu erklären, dass Frau Schultze wiederholt an den 10cm hohen Schriftzügen vorbeitigerte, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen. Mittlerweile vom Regen aufgeweicht, beschlossen wir uns lieber nochmals den kulinarischen Genüssen hinzugeben und uns erst danach weiter auf die Suche nach dem Final zu machen. Der Schwerpunkt schien bei diesem Ausflug eindeutig mehr beim Schlemmen als beim Cachen zu liegen, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat. Unsere Wahl fiel auf das alteingesessene Café am Marktplatz, das trotz großzügiger Räumlichkeiten auf zwei Stockwerke verteilt, gerammelt voll war. Den letzten Platz im Eck ergattert, futterten wir uns durch Marzipantraum, Sachertorte und Apfelkuchen. War alles recht lecker, wenn auch die heiße Schokolade von Lilly geschmacklich nicht ganz das hielt, was sie vom Anblick her versprach. [simage=87,144,y,right]
Satt und wieder etwas getrocknet, packte uns der Ehrgeiz: Die Dose musste endlich her. Wir wählten natürlich die Warmduschervariante: Auto umparken in Finalnähe. Der Rest ging flott – Filmdose und sogar Bonus waren schnell gefunden. Lediglich die Reinigung von Herrn Schulzes profilbesohltem Trekkingschuh, der eine innige Verbindung mit der üppigen Hinterlassenschaft eines Vierbeiners einging, nahm wieder reichlich Zeit in Anspruch. Schließlich konnte dem schwäbischen Automobilbauer am nächsten Tag kein müffelndes Auto übergeben werden.
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Wie sich im Laufe des Tages herausstellen sollte, waren wir nicht nur zum erfolgreichen Schlemmen und weniger ertragreichen Cachen hier in der Gegend. Nein, die neuen multimedialen Kommunikationsformen machten es möglich: Die Fans vor Ort verlangten nach den cyberberries. So kam es, dass wir im Gefolge der Podcastprominenz aus dem „Wilden Süden“, in einem beschaulichen Dorf vor den Toren Würzburgs einen kurzen Plausch mit Deichkind hielten und sogar noch einen Cache loggen konnten, der sich in seinem Vorgarten befand. Ein Statistikpunkt, mit dem heute wahrlich niemand mehr gerechnet hätte. Solchermaßen beflügelt fuhren wir zum zweiten Mal an diesem Tag zurück in die Innenstadt, um uns mit Marcel123 zu einem fruchtigen, natürlich alkoholfreien, Cocktail zur Happy Hour beim Mexikaner zu treffen. Perfekt ausgestattet mit Informationen über die fränkische Dosensucherszene und Tipps für einen weiteren hoffentlich erfolgreicheren Cachebesuch in dieser Gegend, tuckerten wir um ganze 4 Statistikpunkte reicher mit 388 PS der schwäbischen Heimat entgegen.

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Planlos in Würzburg
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