In the Dutch Mountains….

[simage=192,144,y,right]“Tja, laut Berechnung liegt die Dose mitten in der Maas.“ Ein Blick auf die Terrainwertung ließ sofort erkennen, das kann nicht sein. Also noch mal alles durchgehen. Darin haben wir Übung, das kommt öfter vor. Mit den Zahlen haben wir bei Multis gerne mal Probleme, davon halten uns auch zwei Hochschulabschlüsse und diverse Apps fürs Android nicht ab. Den Nickname für unser Team haben wir ja schließlich nicht umsonst gewählt. Ab und an bricht der Tollpatsch in uns einfach wieder durch. Wie sich nach langem Hin und Her herausstellte, waren diesmal nicht unsere kreativen Rechenkünste die Ursache, sondern eine ungemein großzügige Auslegung der Aufgabenstellung bei Stage 1. Glücklicherweise ist Maastricht eine unerwartet schöne Stadt, so dass die Umwege, nicht sonderlich nerven. Warum unerwartet? Wir kannten die Stadt bisher nur im Zusammenhang mit der Gründung der EU. Dass es sich aber um eine der ältesten Städte der Niederlande handelt, wunderschön gelegen mit fabelhaft erhaltenem historischem Stadtkern samt Stadtmauer, war uns nicht bekannt.[simage=190,144,y,left] Eines von vielen gut erhaltenen Gebäuden ist die ehemalige Dominikanerkirche am Vrijthof. 1294 fertiggestellt, diente der Bau ursprünglich als Klosterkirche des Dominikanerordens, bis 1796 die Franzosen einfielen und die Mönche vertrieben. Danach wurde das Gebäude ohne viel Aufhebens entweiht und zum Pferdestall der Kavallerie umfunktioniert. Im Laufe der Jahrhunderte folgten viele weitere Umnutzungsmaßnahmen, die allesamt wenig würdevoll waren: Mal musste die Kirche als Lager für die städtische Feuerwehr, mal als Veranstaltungsort für Boxkämpfe, Kakteenshows und Karnevalsparties herhalten. Jetzt hat ein Architekturbüro im Auftrag der Buchhandelskette Selexyz das Gebäude in einen Buchladen umgewandelt. Und das ist wirklich gelungen und absolut sehenswert. Neben Büchern findet sich dort auch eine Filiale der in Maastricht so beliebten Kaffeerösterei Blanche Dael mit dem sinnigen Namen Coffeelovers. Hier kreieren ausgebildete Baristas mit frisch gerösteten Kaffeebohnen kleine Kunstwerke.
[simage=191,144,y,right] Doch eigentlich waren wir ja auf Dosensuche, also nix mit Kuchen, den sollte es zur Belohnung erst beim nächsten Tradi geben. Der Micro liegt bei einer alten Mühle, die ein Café und ein Museum beherbergt. Wenn man über den „Bisschopsmolengang“ zur Rückseite des Gebäudes geht, kann man das noch immer aktive Wasserrad sehen und ist auch nicht mehr weit vom Döschen entfernt. Die Bergung kann jedoch, wie in unserem Fall, etwas länger dauern, wenn die Mitarbeiter der Bäckerei mal wieder Zigarettenpause machen. Zur Belohnung dann aber sehr empfehlenswert die Spezialität des Hauses: Limburgse vlaai. Ein luftiges Hefegebäck mit Obstfüllung in verschiedenen Varianten.
Zurück zu unserem anfänglich erwähnten Multi, den wir doch noch erfolgreich beenden konnten. Eine schöne Runde entlang der Stadtmauer, mit vielen Einblicken in die historische Altstadt. Es gibt noch einen weiteren Multi im Stadtzentrum, der allerdings unsere nur rudimentär vorhandenen Sprachkenntnisse im Niederländischen überstrapazierte. Eine englische Übersetzung gibt es leider, wie auch bei vielen anderen Caches in der Gegend nicht. Ein Grund uns selbst an die Nase zu fassen und unsere eigenen Cache-Listings endlich auch zu vervollständigen. Denn nach anfänglichem Eifer, fehlen immer noch ein paar Übersetzungen.
[simage=194,144,y,left]Hatten wir also bei einigen Mysteries und Multis kein Glück, war die Sprachbarriere bei den Tradis kein großes Problem. So konnten wir uns die Suche nach Vla durch die hügelige Landschaft Limburgs mit ein paar Döschen aufhübschen. Hügelig? Ja, die Topographie im äußersten Süden der Niederlande ist alles andere als flach, deshalb auch gerne Dutch Mountains genannt. Ein großer Supermarkt sollte es sein, einer mit dem Riesenkühlregal für Vla, DER typisch niederländischen Süßspeise. Eigentlich besteht das Ganze aus den gleichen Zutaten wie herkömmlicher Pudding, ist allerdings flüssiger. Es gibt ihn fix und fertig zubereitet in unendlich vielen Geschmacksrichtungen im Tetra-Pak. Neben traditionellen Sorten wie Schokolade, Vanille, Sahne, Erdbeere und Karamell gibt es mittlerweile die abgefahrensten Varianten wie Zitrone, Traube oder Apfel-Zimt auf den Markt. Als besonderes Highlight gibt es zu besonderen nationalen Ereignissen natürlich  Oranje Vla mit Apfelsinengeschmack.
[simage=193,144,y,right] Wir hatten für Maastricht leider nur ein paar Stündchen einkalkuliert, als kleinen Abstecher auf unserem Weg nach Südengland; werden aber auf jeden Fall wiederkommen, auch weil uns ein Cache wärmstens empfohlen wurde. Der Multi führt durch die Befestigungsanlage De Hoge Fronte. Ein rund 15 Hektar großes Areal, in dem sich 8 komplette Forts aus dem 18. Jahrhundert befinden. Den Namen hat die Anlage von ihrer erhöhten Lage über dem Stadtkern. Hierher konnte kein Wasser geleitet werden, was den Bau von Wassergräben naturgemäß ausschloss. Man löste das Verteidigungsproblem daher kurzerhand mit dem Bau von Kasematten. Heute ist das Ganze ein Naturschutzgebiet mit außergewöhnlich warmen klimatischen Verhältnissen, hier leben die einzigen Mauereidechsen der Niederlande.
Hmmm….  Befestigungsanlage? Forts? War da nicht noch was? Ich sag nur: Ulm, 19. Juni 2010, das Mega Event des Jahres. Wir sind dabei. Ihr hoffentlich auch? Wir freuen uns drauf!

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In the Dutch Mountains….
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2 thoughts on “In the Dutch Mountains….

  • 11. Juni 2010 at 13:01
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    Hallo ihr beiden Schlemmer,

    das ist wieder ein schöner Artikel und macht Lust endlich mal richtig nach Holland zum Cachen zu fahren!

    Man sieht sich in Ulm. 🙂

    Stefan

  • 26. Juli 2010 at 16:50
    Permalink

    Wie immer toll beschrieben. Das Nationalgericht unserer Nachbar kannte ich noch gar nicht.

    Gruß
    Martina

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