Bremer Tagebuch

„Kein Artikel von euch über Bremen?“ Wir reden hier natürlich von DEM BREMEN. Synonym für das musikalische Highlight des Cacherjahrs 2010. Fest entschlossen diesen Job anderen zu überlassen, verwiesen wir auf die vielen reich bebilderten, wunderbaren Berichterstattungen anderer Blogs und versuchten das Thema auszusitzen. Ohne Erfolg. Die Nachfragen blieben hartnäckig. Also bitte, dann eben für die, die noch nicht genug davon haben sollten, unsere ganz eigene Bremen-Geschichte – dafür gleich in XXL. ( Den ohnehin nicht am Thema Interessierten raten wir deshalb von der Lektüre ab. Geht cachen! )

Der Countdown läuft.

Noch 12 Tage :
Stammtisch in Filderstadt und bei der Gelegenheit konspiratives Treffen der Schwaben-Delegation, bestehend aus casi_82, Thomas&Dani, 42Cacher, den 4_Schwoba und uns. Tagesordnungspunkt: Womit können wir der Boyband aus Schwerin eine kleine Freude machen. Wir finden allerdings erschwerte Arbeitsbedingungen vor. Wichtigere Fragen drängen sich in den Vordergrund – verdient ein von der Servicekraft fälschlich mit saurem Sprudel angemischter „Russ“ überhaupt noch diesen Namen, und vor allem, wer soll diese Plörre trinken? Versuche, die Konzentration mit dem Einverleiben monumentaler Schnitzelportionen anzuregen, sind leider kontraproduktiv und führen zum kollektiven Wunsch eines bequemen Sofas für die vollgefutterten Bäuche. Es bleibt an diesem Abend beim Brainstorming.

Noch 11 Tage:
Die Köpfe qualmen, eine Lösung ist nicht in Sicht.

Noch 10 Tage:
Die Spur einer Erleuchtung. Man könnte doch… Eventuell wäre das möglich… Haben wir nicht vorgestern auf dem Stammtisch bei 42-Cacher was gesehen… Absprache mit dem Schwabenteam und dem unverzichtbaren Meister der Backzutaten aus Bremen, ohne den das Projekt gar nicht machbar ist… Abstimmung mit den Dosenmatrosen, ob die Idee in den Programmablauf passt…

Noch 6 Tage:
Malen nach Zahlen oder wir basteln uns ein Tortenguss-Design.

Noch 5 Tage:
Pocket-Queries pfriemeln.

Noch 4 Tage:
Packen. Unterbrochen vom Schildergrundieren. In Rosa, dem richtigen selbstverständlich. Nicht so ein Schweinchenpink. Sepp&Berta wünschen sich ein Abholschild zum Empfang am Flughafen. Eigentlich auch noch mit Glitzer. Gibt unser Haushalt aber nicht her. Schon die gewünschte Farbe muss eigenhändig angemischt werden. Das beim schwedischen Einrichtungshaus unseres Vertrauens erstandene Bast-Platzset wird nie wieder das alte sein, uns andererseits aber immer wieder an dieses denkwürdige Wochenende erinnern.

Noch 3 Tage:
Erste Etappe bis Münster. Der Auftrag lautet 17 Landkreise einfärben. Wir sind hier schließlich nicht auf einer Vergnügungstour.

Noch 2 Tage:
Vor der Ankunft in Bremen muss noch in der „Wesermarsch“ die Anstandsdose geloggt werden. Der Regen peitscht bei Windstärke 10 mittlerweile waagrecht. War wohl doch nur die zweitbeste Idee des Tages bei diesen Unwetterverhältnissen einen Cache zu suchen der Deichtor heißt. Pitschnass bleiben genau 90 Minuten, um die Ferienwohnung abzunehmen, uns trockenzulegen und alles für die kommenden Frühstücksmahlzeiten einzukaufen, bevor es weitergeht zum Highlight des Tages: Gemeinsames Kochen, Schlemmen und Plaudern mit den Dosenmatrosen. Der Meister des Caipirinhas zaubert Gute-Laune-Drinks, während der Rest der fröhlichen Runde mit der Herstellung einer Marokkanischen Hähnchenpfanne beschäftigt ist. Dass Crème Fraiche und Schmelzkäse zu den in Nordafrika bevorzugt verwendeten Produkten gehören sollen, war uns zwar neu, tat aber dem Geschmack keinen Abbruch. Lecker war’s, gemütlich war’s – ein rundum gelungener Abend eben.

Nur noch 1 Tag:
Zwei kleine weiße Pünktchen auf der Landkreiskarte sind fällig, bevor wir uns aufmachen in Richtung Flughafen. Als Empfangskommitee für unsere Coinkünstler aus der Oberpfalz, mit rosafarbenem Schild. Und wir haben reichlich Zeit den restlichen Passagieren der Maschine aus München ein breites Grinsen ins Gesicht zu zaubern, bis Sepp&Berta mit Elchrich Elch im Schlepptau die Bühne betreten. Aeon steht uns dabei wacker zur Seite.

Mittag. Der Hunger treibt uns ins Bistro Lilie. Eine gute Wahl wie sich heraustellt. Leckere Flammkuchenvariationen in gemütlichem Ambiente mit nettem Service.
Zeit sich die Füße zu vertreten. Auf dem Weg ins Schnoor sammeln wir zuerst eine Dose und dann Elchrich Elch ein. Das Viertel ist schneller erkundet als gedacht, außerdem ist immer noch Schietwetter. Was liegt da näher als eine gemütliche Teestube. Wir haben sie gefunden. Über enge Stiegen geht es immer weiter nach oben, die Schlagseite nimmt zu. Weit kann das Häuschen allerdings nicht kippen, das Nachbargebäude steht keinen Meter entfernt. Es folgt der Auftritt der Servicekraft, anders kann man das gar nicht nennen. Noch nie wurden wir so hingebungsvoll über den Inhalt einer Speisekarte informiert. Sämtliche Zutaten, mit Herkunftsort werden deklamiert, immer wieder mit kleinen Anekdoten aufgelockert. Selten war ein Mensch so eins mit seinem Job wie diese Dame. Wir glauben ihr aufs Wort und bestellen das komplette Programm. Die richtige Entscheidung.
Nach so viel Schlemmen steht jetzt eine Cacherunde ins Haus. Einsammeln eines von Sepp bravourös gelösten D5 Mysteries und natürlich der Besuch des über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Geo Post Office am Bahnhof. Auf dem Rückweg schauen wir beim Schlachthof vorbei, der Eventlocation für Sonntag. Das Gebäude ist umlagert von Punks, die ein Konzert besuchen. Rein kann man guten Gewissens nur mit Gehörschutz, das Mauerwerk bebt. Begleitet vom immer leiser werdenden Dröhnen der Bässe geht es in Richtung Ferienwohnung.

Der Tag X:
Brötchenholen um 8:00 Uhr. Das vertraute Dröhnen nimmt mit schwindender Entfernung zum Schlachthof wieder zu. Das Konzert ist immer noch in vollem Gang.
Vormittäglicher Stadtbummel in der Innenstadt, verknüpft mit einem Multi, den wir so nebenbei erledigen wollen. Um es vorweg zu nehmen: Eine eigenwillige Wegführung, verbunden mit der Unfähigkeit ein Listing zu lesen, führen dazu, dass wir zwar außerplanmäßig vor der „Treue“ landen, weit und breit aber keine Dose zu entdecken ist. Der Versuch den Fehler zu korrigieren, endet damit, dass wir wieder an den Anfangskoordinaten landen, diesmal mit neuer Aufgabenstellung. Während wir darüber diskutieren, ob wir wirklich Lust haben die Dose am mittlerweile korrekt ermittelten Punkt zu suchen, erreicht uns die erlösende Nachricht von [martin], der sich gerne mit uns in einem Café treffen würde. Nach einem gemütlichen Plausch ziehen wir gemeinsam die Schlachte entlang, mal wieder auf den Spuren eines Multis. Dort sammeln wir an fast jeder Station Cacher ein. Was die wohl alle hier in Bremen wollen? Als Zwischeneinlage bekommen wir den weltberühmten 380°-Schwenk vom Meister persönlich vorgeführt.
Zeit die Torte abzuholen. Mit leichtem Bauchgrimmen machen wir uns auf den Weg, nicht wissend, was uns bei der Übergabe erwartet. Können wir das gute Stück eventuell gleich in die Tonne kloppen oder haben die vielen Mails und Telephongespräche zu einem guten Ergebnis geführt? Der Konditor unseres Vertrauens hat ganze Arbeit geleistet, ein Meisterwerk der Backkunst ist entstanden. Also wieder zurück zur „Treue“, Torten wollen kühl gelagert werden. Mit D-Buddi ( dieser Mann erschnuppert Süßes auf 100m Entfernung ) und seiner Filmkamera im Schlepptau machen wir uns auf die Suche nach dem geeigneten Aufbewahrungsort.
Zum frühen Abendessen sind wir mit Frau tÖse, ksmichel, CaptainF und CA* verabredet. Sepp&Berta haben auch schon die geeignete Location gefunden, ein uriges Brauhaus mit deftigem Essen. Während die bayerische Fraktion zur Arbeit aufs Schiff entschwindet, geht der Rest gemütlich einen Kaffee trinken, schließlich ist ein langer Abend in Sicht.
Der Deppendetektor blinkt in wildem Rot, Nebel umwabert die Beine, das alles hält uns aber nicht davon ab, als eine der Letzten das Schiff zu entern. Die Show kann beginnen. Und das tut sie. Der Schwabe an sich neigt im Allgemeinen ja nicht zu Begeisterungsstürmen, aber was sollen wir sagen, das Projekt Dosenfischen 2010 ist rundum gelungen. Wir sehen einen ausgelassenen Sandmann, einen entspannt wirkenden aba, einen zufrieden groovenden stotco, eine unglaublich selbstsichere Wibke, einen souveränen ivalo und einen fulminant singenden schimmi. Insgesamt ein Auftritt der Extraklasse, unterstützt von einem frenetischen und sehr textsicheren Publikum. Eigens angefertigte Fanschals ragen aus der Menge hervor; die in der Pause an Deck zusammen mit den Dosenmatrosen einzeln!!! aktivierten Knicklichter wedeln im Takt. Der Saal tobt, das Kondenswasser tropft von der Decke.

Nach dem Konzert schreiben sich die Herren Sandmann und aba die Finger wund, Sepp&Berta verkaufen mit Unterstützung von Herrn Schulze die begehrten CDs und die Dosenmatrosen legen einen Weltrekord im Plakataufrollen an den Tag. Immer wieder muss für ein Autogramm auch Herr stotco aus den Katakomben gelockt werden, in die er sich verzogen hat. Die Schlange wird langsam kürzer, eine Goldene Schallplatte wird überreicht. Zeit für die Schwaben-Delegation die Torte aus ihrem kühlen Gefängnis zu befreien. Den schwierigen Job das gute Stück unbeschädigt durch die Menge zu bugsieren hat casi_82 tadellos hinbekommen. Hilft aber nix, 20 Minuten nach dem Anschnitt sind nur noch Krümel übrig.

Im ehemalige Frachtraum des Betonschiffes kehrt langsam Ruhe ein, Zeit für Gespräche mit bekannten und bis dato unbekannten Gesichtern. So gegen 2:00 Uhr klettern auch wir über den Backstagebereich an Deck, in 5 Stunden klingelt der Wecker.

Ganz frech bei den Dosenfischern geklaut sagen wir:
DFDA – Danke für den Abend
Danke für die gute Laune und Begeisterungsfähigkeit, die jeder Einzelne mit an Bord gebracht hat.
Danke für die engagierte und großartige Organisation der Dosenmatrosen.
Danke für den grandiosen Auftritt mit viel Herzblut, den alle Beteiligten auf der Bühne hingelegt haben.
Danke für die Gelegenheit Freunde ganz in ihrem Element erleben zu dürfen.

Der Tag danach:
Die Nacht ist kurz. Um 9:00 Uhr stehen die nächsten Frühstücksgäste vor der Tür. Zu siebt wird es richtig kuschelig bei uns in der Bude. Dann beginnt der lange Marsch zum „Slaughterhouse“. Durchhaltevermögen ist angesagt. Tante Google vermeldet beachtliche 92 Meter von Tür zu Tür. Von „eng“ und „voll“ ist nichts zu bemerken. Auch dieses Event haben die Dosenmatrosen tadellos ausgerichtet. Der Vormittag bietet die wunderbare Gelegenheit, auch noch mit den Menschen zu plaudern, für die am Abend zuvor einfach keine Zeit blieb. Großartig.
In größerer Runde geht es zum Abschluss wieder in die Lilie. Diesmal ist der Laden gut gefüllt, trotzdem schafft es die Dame vom Service sieben Plätze aus dem Nichts zu zaubern. Bei unglaublich leckerer Kürbissuppe und Flammkuchen lassen wir die letzten Stunden nochmals Revue passieren, bevor Sepp&Berta wieder zum Flughafen müssen. Die anderen haben es mit Hamburg nicht ganz so weit.

Das umtriebige Wochenende neigt sich so langsam dem Ende zu. Ganz entspannt lassen wir den Tag zusammen mit Sandmann bei einem Chinesischen-Büfett ausklingen. Als Betthuperl gibt es Kaffee und Kekse auf der Couch in der Ferienwohnung.

Abfahrtstag:
Das letzte Frühstück in Gesellschaft. Die Reste werden vertilgt. Zwei Autos machen sich auf den Weg. Das eine Richtung Schwerin, das andere fährt in den wilden Süden der Republik. Mit Unterbrechungen natürlich. Alle anvisierten Landkreise haben wir auf der Hinfahrt nicht geschafft. Es besteht eindeutig Handlungsbedarf. Denn wie gesagt: Wir sind hier schließlich nicht auf einer Vergnügungstour.

Herzlichen Dank an casi_82, der uns die Photos rund um die „Treue“ zur Verfügung gestellt hat.

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Bremer Tagebuch
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5 thoughts on “Bremer Tagebuch

  • 29. November 2010 at 20:44
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    Puh, da sind wir ja noch richtig gut weg gekommen 😉 Dabei haben wir uns quasi ins gemachte Nest setzen dürfen, wurden von Euch mit rosa Schild empfangen, zur Wohnung chauffiert, zum fertigen Frühstückstisch gerufen, durch die Stadt geführt und abschliessend auch wieder zum Flughafen begleitet! Deshalb hier unser Danke :-)

  • 29. November 2010 at 20:59
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    @Sepp & Berta War uns ein Vergnügen, hat uns riesig Spaß gemacht mit euch. 😀

  • 30. November 2010 at 18:42
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    ach, habt ihr das fein aufgeschrieben. schön, das ihr dabei wart.

  • 3. Dezember 2010 at 18:40
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    wieso nur 100 Meter? Ich werde unterschätzt 😎

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